Vorgestellt: Hannah Schacht von anjali

Aktualisiert: Mai 31


Hallo liebe Hannah!

Magst Du Dich in ein paar Sätzen vorstellen? Wer bist Du? Woher kommst Du? Und was machst Du?


Hallo, ich bin Hannah und wohne in Gießen. Ich bin Kunstpädagogin und gerade in meiner Ausbildung zur Hatha-Yogalehrerin. Seit ein paar Monaten unterrichte ich Yin Yoga-Kurse und arbeite in einer Jugendkunstschule als Kursleiterin für Kinderkurse. Schon seit einigen Jahren habe ich die Idee, Yoga und künstlerisches Arbeiten zu verbinden und mache mich gerade damit selbstständig.


Wann und wie bist Du mit den Thema Kunst zum ersten Mal in Berührung gekommen?


Eigentlich habe ich schon seitdem ich ganz klein war immer gerne gemalt und gezeichnet. Nach dem Abi wollte ich dann ‚irgendwas mit Kunst‘ studieren und habe mich für außerschulische Kunstpädagogik entschieden. Im Studium habe ich mich in allen möglichen Techniken ausprobiert und hatte Phasen, die mal mehr und mal weniger kreativ waren. Aber so ist das glaube ich mit der Kreativität. Mal sind wir offen und sie fließt nur so durch uns hindurch und an anderen Tagen finden wir einfach keinen Zugang. Ich habe während des Studiums viel an meiner Wahl gezweifelt, weil die Jobchancen von allen Seiten als sehr niedrig eingestuft wurden, aber jetzt nach dem Studium merke ich immer mehr, dass das genau das Richtige war und ich das Beste daraus machen werde.


Was war zuerst in deinem Leben? Yoga oder das Malen?


Auf jeden Fall das Malen. In meiner ersten Yogastunde war ich in der 11. oder 12. Klasse und seitdem mache ich regelmäßig Yoga. Yoga wird auch seit meiner Ausbildung immer mehr zu meiner Lebenseinstellung, denn es geht dabei nicht nur um die Übungen auf der Yogamatte, sondern um das Leben an sich und den Umgang mit sich selbst und mit anderen. Yoga und Kunst nehmen einen großen Stellenwert in meinem Leben ein und daher ist die Verbindung und die berufliche Orientierung in diese Richtung sehr wertvoll für mich.

Was fasziniert dich daran?


Am kreativen Prozess fasziniert mich das Unvorhersehbare, das Ausprobieren und Experimentieren und der Prozess an sich. An manchen Tagen sprudelt die Kreativität nur so aus dir heraus und an anderen Tagen bist du mit jeder Linie und jedem Pinselstrich unzufrieden. Kreatives Arbeiten hat auch immer viel mit inneren Prozessen und Gefühlen zu tun. Wir können wahrnehmen, wie die Kreativität in Wellen kommt und wieder geht und was das mit uns macht. Und deshalb passen Yoga und Kunst auch so gut zusammen. Weil es darum geht, sich selbst wieder wahrzunehmen, hinein zu spüren und zu verbinden. Und sich aus dieser Verbindung heraus dann durch kreatives Gestalten auszudrücken.

Was hat sich seitdem in Deinem Leben verändert?


Die Kunst ist ja schon immer ein Teil meines Lebens. Aber vor allem der Weg in die Selbstständigkeit – und das direkt nach dem Studium - ändert gerade alles für mich. Es ist eine spannende und abwechslungsreiche Reise, die manchmal sehr erfüllend ist, dann aber auch wieder richtig beängstigend. Und genau darin besteht auch für mich der Prozess und ich versuche, die Dinge, die ich meinen Schüler*innen im Yoga und in meinen Workshops nahelege, selbst am meisten anzunehmen – auf sich selbst zu achten, der eigenen Intuition zu folgen und dem Prozess zu vertrauen.

Was konntest Du bereits über Dich selbst lernen?


Oh, schon sehr viel und ich lerne jeden Tag etwas dazu. Dass ich mir selbst und meinen Fähigkeiten vertrauen kann. Und dass das Herz immer den richtigen Weg kennt – wir müssen nur hinhören.

Du kombinierst ja Yoga und das Malen - wie kann man sich das vorstellen?

Was ist das Schöne daran?


Ich selbst finde die Kombination ganz wunderbar. Yoga hilft uns dabei, unseren Körper, unsere Gedanken und Gefühle wahrzunehmen und uns mit uns selbst zu verbinden. Aus diesem inneren Gefühl heraus können wir uns nach Außen durch das Malen und kreative Gestalten ausdrücken. In meinen Workshops wechseln sich die Elemente aus Meditation, Yoga, Kreativitätsübungen und intuitivem Malen ab und bieten die Möglichkeit, immer weiter in einen flow-Zustand zu gelangen. Meistens geht die Zeit dabei wie im Flug vorbei und tiefe Entspannung und Gelassenheit treten in den Vordergrund. Ganz wichtig ist mir dabei, dass jede/r Teilnehmer*in dabei auf sich selbst achtet, dass es kein Richtig und kein Falsch gibt und dass alles sein darf. So ist auch für mich jeder Kurs neu und ich lerne selbst so viel dazu.

Was bedeutet für Dich Kreativität? Wie wichtig ist sie in Deinem Leben? Was ist die größte Blockade?


Kreativität bedeutet für mich nicht nur die kreative Arbeit mit Farben auf Papier. Kreativität bedeutet für mich, sich selbst und seinem Innersten Ausdruck zu verleihen. Das muss nicht das Malen sein, sondern kann sich in allen möglichen Formen zeigen. Kreativität finden wir im Alltag, wenn wir offen dafür sind und uns darauf einlassen.

Beim kreativen Gestalten geht es für mich darum, sich für die Kreativität zu öffnen und sie fließen zu lassen. Dabei hilft es sehr, offen für Unvorhergesehenes und Veränderungen zu bleiben und im gegenwärtigen Moment auf das Gesehene zu reagieren. Man kann sich dabei immer die Frage stellen: „Was ist die eine nächste Sache, die mich interessiert und mir Spaß machen würde?“


Die größten Blockaden sind für mich der Vergleich mit anderen, Ängste und Selbstzweifel. All das hindert die Kreativität beim Fließen. Yoga, Atemübungen und das Hinterfragen der eigenen Gedankenmuster können da wunderbar helfen, zurück in den gegenwärtigen Moment und zu sich selbst zu finden.

Beim kreativen Gestalten geht es also auch ums Loslassen und sich neu erfinden, um Mut und Vertrauen.

Mit welchen Materialien arbeitest du?


Hauptsächlich male ich mit Acrylfarben auf Leinwand oder Papier. Aber auch Drucktechniken, wie Linolschnitt und Siebdruck, bringe ich gerne in meine Arbeiten ein. Auch für digitale und analoge Fotografie interessiere ich mich sehr und mag es die verschiedenen Materialien und Techniken zu verbinden und Neues auszuprobieren.

Was rätst Du jemanden, der darüber nachdenkt, sich zukünftig wieder mehr mit der eigenen Kreativität zu verbinden? Wie kann das gelingen?


Nimm Dir Zeit und bleib dran. Steck Dir kleine Ziele und sieh jeden Versuch als Möglichkeit, mehr über Dich selbst zu lernen und Dich weiterzuentwickeln. Denk nicht zu viel nach, sondern fang einfach an und probiere etwas Neues aus. Am Ende ist es nur Farbe auf Papier.



Wer sind Deine Vorbilder? Lieblingskünstler*innen?


Da könnte ich jetzt viele nennen, es gibt so viele tolle Künstler. Monet ist schon immer ganz vorne mit dabei und in meiner Masterarbeit hat mich Martin Staufner sehr inspiriert. Eigentlich inspirieren mich aber am meisten Menschen, die ihrem Traum folgen und sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen.

Wo soll es für dich hingehen? Was möchtest du anbieten?


Ich biete bereits Yogakurse und Workshops, in denen ich Yoga und intuitives Malen verbinde, an. Das mache ich noch nicht lang, merke aber immer wieder, dass das mein Weg ist. Die kreative Arbeit mit Kindern begleitet mich auch weiterhin und ich plane kreative Kindergeburtstage, die bestimmt sehr lustig sind und ‚kreative Auszeiten‘ für Erwachsene. Gerne würde ich Workshops über ein Wochenende oder mehrere Tage an schönen, inspirierenden Orten in Deutschland und Europa anbieten. Und ich träume von einer eigenen Scheune mit viel Platz für Yoga und Kreativität irgendwo im Grünen.

Danke liebe Hannah, dass Du dir Zeit genommen hast. Wo findet man dich?


Website: www.yogaundkunst.com

Facebook: Anjali Yoga & Kunst

Instagram: hannah.anjali

Ein Youtube-Kanal ist jetzt, da meine Kurse zurzeit ausfallen, ganz neu mit dabei: anjali yoga & kreativität.


NEWSLETTER

© 2020 by Isabel Edsperger | Regensburg